Global denken - lokal posten
Geschrieben von: Werner Frei   
Montag, den 21. November 2016 um 00:00 Uhr

Es geht hier nicht ums neudeutsche posten in soziale Medien, sondern um die helvetischen Bedeutung des Wortes: Einkaufen. In historischen Artikeln im De Tssemer wird gerne darber berichtet, wie viele Bckereien, Lebensmittelgeschfte und Metzgereien in Tss frher vorhanden waren. Nun, das Rad der Geschichte lsst sich nicht zurck drehen, aber noch haben wir eine recht gute Versorgung im Quartier.

Eine Metzgerei gibt es schon langen nicht mehr, aber wir haben neben den Grossverteilern immer noch einige kleinere Geschfte im Quartier, und dies trgt erheblich zur Lebensqualitt bei. Es geht hier nicht um Nostalgie; wer je etwa aus gesundheitlichen Grnden in der Mobilitt eingeschrnkt war weiss, wie wichtig es ist, in der Nhe Lebensmittel oder Medikamente einkaufen zu knnen. Diese Qualitt unseres Stadtteils kann aber nur erhalten bleiben, wenn wir als Konsumentinnen und Konsumenten unseren Beitrag leisten und auch regelmssig in diesen Geschften einkaufen.

Ein Beispiel: Chs-Scherrer kann nicht berleben, wenn wir nur ab und zu eine Fondue-Mischung, eine Kseplatte oder Raclette-Kse einkaufen und sonst nur gerade das, was wir beim Grossverteiler vergessen haben. Auch der beliebte Hauslieferdienst rechnet sich nur fr Milch und Joghurt kaum. Franz und Beatrice Scherrer bieten fast alles an, was man tagtglich in Haushalt und Kche bentigt und sie werden ihr Geschft auf die Dauer nur betreiben knnen, wenn wir aus dem Quartier auch regelmssig dort einkaufen, und zwar nicht nur Milchprodukte.

Ein weiteres Beispiel: Wenn wir auch weiterhin ein Fieberzpfchen fr den Nachwuchs, ein Kopfwehmittel oder eine Wundsalbe in der Apotheke im Quartier kaufen mchten, dann sollten wir auch beim Arzt auf einem Rezept bestehen und auch diese Medikamente in der Apotheke besorgen, nur so kann diese im Quartier berleben. Ganz abgesehen davon, dass es eine ungute Entwicklung ist, wenn die rzte auch noch an den Medikamenten verdienen, die sie verschreiben sei es durch die Direktabgabe oder durch die Versandapotheke im Besitz der rzteschaft.

Wenn wir lokal einkaufen tragen wir zum Erhalt der Lebensqualitt im Quartier bei und sogar noch mit, dass man in Tss auch gerne alt werden kann.

 

 

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Werner Frei,
aufgewachsen im Tssfeld,
wohnt seit 1992 im Eichliacker