130514 Blickpunkt T empl cropBettina Erzinger berichtet im neuesten Tssemer von der Veranstaltung Blickpunkt Tss, leider weinig Gutes:

Der frhere Tssemer CVP-Gemeinderat Haymo Empl fasste die Stimmung der rund 200 Tssemerinnen und Tssemer, welche der Einladung der Tsslobby zum Blickpunkt Tss am 14. Mai ins Kirchgemeindehaus gefolgt waren, folgendermassen zusammen: Es ist frustrierend festzustellen, dass entweder die durch bergeordnetes Recht festgelegten Zustndigkeiten oder die Finanzkrise die Handlungsmglichkeiten der Stadt Winterthur definieren.
Blickpunkt Tss wollte dem Gesamtstadtrat die Mglichkeit geben, die Bevlkerung davon zu berzeugen, dass ihre Anliegen gehrt werden.

Die neue Co-Prsidentin der Tsslobby, Nadja Ammann und der neue Co-Prsident Dominik Scherrer erffneten die Veranstaltung mit der Zielvorgabe, die sie sich als neue Amtstrger gestellt haben: Sie wollen in und mit der Tsslobby das zivilgesellschaftliche Engagement im Quartier sowie die Verbindung der Bevlkerung zur Stadtverwaltung strken. Podiumsmoderatorin Regina Speiser wrdigte in ihrer Begrssung das grosse, ehrenamtliche Engagement der Bevlkerung und die Bereitschaft des Stadtrates, sich mit den Anliegen von Tss auseinanderzusetzen.

Bund, Kanton oder Spardruck

Viele der Fragen betrafen Vorschlge, welche schon seit Jahren die Lebensqualitt in Tss verbessern knnten. Bald stellte sich aber heraus, dass auf die grosse Vielfalt an Anliegen und Fragen aus dem Quartier drei Antworten gengen: Entweder sind dem Stadtrat die Hnde gebunden, weil bergeordnetes Recht oder Amtsstellen der Kantons und des Bundes zustndig sind oder es fehlt das Geld oder beides. Der Lrmschutz entlang der A1 ist seit Jahren unzureichend und die Grenzwerte werden berschritten. Stadtrtin Pearl Pedergnana versicherte, dass sie versuche, Einfluss auf das zustndige Bundesamt zu nehmen.Das Zentrum Tss bleibt im Probleminventar unangetastet: Die Bauruine aus den Sechzigerjahren passt zwar nicht zur angestrebten 2000-Watt-Gesellschaft, sie soll nun aber in die Liste der kantonalen Baudenkmler aufgenommen werden. Die Anwesenden befrchten, dass keine Aussicht auf Verbesserung besteht, auch wenn Stadtprsident Michael Knzle verspricht, mit dem Kanton zusammenzuarbeiten.
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Ganz von fremden Gnaden abhngig ist Stadtbus, nmlich vom ZVV. Stadtrat Matthias Gfeller vertrstet auf den Fahrplanwechsel 2014: die Linie 7 wird dann im 10-Minutentakt versptet sein. Auch kann er den Fahrplan der Linie 11 nicht so verbessern, dass die Passagiere aus dem Eichliacker bei der Haltestelle Tssfeld wieder eine vernnftige Verbindung zum Bahnhof bekommen. Immerhin verspricht Gfeller aber bei der Haltestelle Tssfeld zwei Bume so versetzen zu lassen, dass der Aussteigeplatz mit Betonplatten befestigt werden kann und so das Schneerumen mglich wird. Im nchsten Winter mssen die Passagiere also nicht mehr direkt in die Schneemahden aussteigen.
Oft sind geschickte Verhandlungen mit den Eigentmern ntig: Stadtrat Gfeller versucht auf diesem Weg, den Spielplatz am Kanal zu ersetzen und Stadtrtin Pedergnana mchte bei der Rotlichtliegenschaft an der Ecke Zrcherstrasse/Schlosstalstrasse die Beleuchtungsintensitt der roten Girlanden um zehn Prozent verringern. Eine Verbesserung der gefhrlichen Situation fr Fussgnger auf dem Zebrastreifen beim Zentrum Tss, wenn bei grn gleichzeitig die Autos aus der Emil-Klti-Strasse abbiegen drfen, knne nur durch grssere bauliche Massnahmen erzielt werden, welche aber erst im Projekt Aufwertung Zrcherstrasse vorgesehen seien, hlt Stadtrtin Barbara Gnthardt-Maier fest.
Schulanlagen verdichtet bauen
Winterthur leidet unter seinem Wachstum und da muss auch Tss Abstriche machen. So betonte Stadtrat Stefan Fritschi, dass verdichtetes Bauen eben auch bedeute, dass Schulanlagen verdichtet werden mssen. Keine Lsung hatte er anzubieten auf die Frage nach den fehlenden Sporthallen. Aber er stellte in Aussicht, dass der Spielplatz fr kleine Kinder, welcher der Erweiterung der Schule Eichliacker zum Opfer fiel, ersetzt werde.
130514 Blickpunkt T 019 PublikumUnd immer wieder fehlt es nicht an gutem Willen, wie die Stadtrte betonen, sondern die Finanzlage der Stadt ist prekr. Stadtrtin Yvonne Beutler sorgte fr Unmut beim Publikum, als sie den engagierten Freiwilligen unterstellte, sie wrden verlangen, dass in anderen Quartieren und bei anderen Gelegenheiten gespart werden solle und verlren vor lauter Fokussierung auf eigene Projekte die Relationen.
Bei einigen Anliegen staunten die gut informierten Anwesenden, dass das Thema offenbar fr die Regierung neu war, obwohl schon vor Jahren darauf hingewiesen wurde und sogar Plne ausgearbeitet worden waren. Der langjhrige frhere FDP-Gemeinderat Jack Heusser wies darauf hin, dass ein Projekt fr den Bahnbergang fr Fussgnger und Velos schon vor drei Jahren erstellt worden sei. Ebenfalls ein Ladenhter aus den Anfngen des Projekts Tss wird im Departement von Stadtrat Gfeller sorgfltig gepflegt: Die Beleuchtung des Weges zum Reitplatz, wo die Tssemer Juniorinnen und Junioren trainieren, steht nicht in Aussicht.
Umbau Gterschuppen unklar
Sprbar wurde die Enttuschung bei vielen, bereits im Projekt Tss engagierten Anwesenden, als Stadtprsident Michael Knzle erklrte, die Vorlage zum Umbau des Gterschuppens liege vorerst auf seinem Tisch und der Stadtrat werde sich in den nchsten Wochen damit befassen. Auf den dringlichen Appell aus dem Publikum, das Engagement der Bevlkerung fr den Schuppen ernst zu nehmen, quittierte der Stadtprsident leicht unwirsch mit dem Hinweis, es fehlen die gesetzlichen Verpflichtungen, dass die Stadt im Bereich der Quartierentwicklung aktiv sein muss.
Als aus dem Publikum mit dem Hinweis auf die Quartierentwicklung die Schaffung von Praktikumsstellen zur soziokulturellen Quartierarbeit angeregt wurde, reagierte er aber wieder ganz stadtprsidial mit der Antwort, dass dies ein interessanter Ansatz und im Departement schon angedacht sei, leider die Ressourcen dafr jedoch fehlten.
Eine sofort wirksame und kreative, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte Lsung fr das Fehlen von Alters- und Pflegeeinrichtungen in Tss fand Stadtrat Nicolas Gallad, indem er vorschlug, die Quartiergrenzen grosszgig zu erweitern, so dass das Brhlgut kurzerhand zum Quartier Tss gehren wrde.
Fazit des Abends: Die Ergebnisse aus dem einstigen Projekt Tss, das von 2006-2010 stattgefunden hat, sind nicht nachhaltig, sondern durch die Sparbemhungen im Bereich der Quartierentwicklung stark gefhrdet und ein grosses Engagement und grosser Druck aus der Bevlkerung werden ntig sein, damit Projekte wie der Umbau des Gterschuppens doch realisiert werden.
Der eingangs zitierte Haymo Empl erntete am Schluss Applaus, als er die Anwesenden dazu aufrief, eine allfllige Steuererhhung positiv aufzunehmen und damit der Stadt wieder Handlungsspielraum zu verschaffen.
In seinem Schlusswort versuchte der Co-Prsident der Tsslobby dem Stadtrat aufzuzeigen, dass die Stadt von den engagierten Freiwilligen viel profitiere.

Bilder: Matthias Erzinger

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 25. Juni 2013 um 14:56 Uhr
 

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